Kleiner Leitaden zur Herstellung einer Audiominiatur

1. Tipp: Hören
Um ein Gefühl dafür zu kriegen, welche Sendeplätze mit welcher ästhetischen Ausrichtung gerade aktuell sind, solltest Du unbedingt mal in die verschiedenen Hörfunkprogramme hinein hören. Da kann man schon eine Menge lernen. Überlege, wie die Stücke, die Du zu hören kriegst, so gemacht sind, wie wird erzählt und mit welchen Mitteln..

2. Thema überlegen
Überlege, was Du erzählen willst. Sobald Du eine inhaltliche Idee hast, geht es darum, auch eine passende Form zu finden. Dir stehen ganz unterschiedliche Stilmittel zur Verfügung. Du kannst Deine Idee mit Hilfe von Musik, Texten, Geräuschen usw. umsetzen. Hilfreich ist es, sich immer wieder vorzustellen, wie die fertige Audiominiatur klingt.

3. Storyboard schreiben
Um Deine Ideen zu konkretisieren, solltest Du den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf aufschreiben. Das nennt man Storyboard. Dabei stellt sich heraus, welche Sounds Du benötigst. Auœerdem merkst Du, wo Deine Story noch klemmt. Damit auch andere Leute Spass an Deinem Hörstück haben, stell Dir einfach mal die Zuhörer vor. Verstehen sie Deine Idee auch ohne spezielle Vorkenntnisse? Anregungen hierzu findest Du auch unter dem Stichwort Facetten des Hörspiels.

4. Geräusche auswählen
Im Soundarchiv wählst Du die Grundgeräusche aus und lädst sie (PC mit der rechten Maustaste/Mac länger drücken) auf einen Ordner Deiner Festplatte. Dann schaust Du, welche Sounds Dir noch fehlen. Diese kannst Du selber produzieren:

5. Sprach- und Tonaufnahmen
Eigene Aufnahmen kannst Du mit einem Minidiskrecorder, einem Kassettenrecorder oder einfach einem Mikrophon, das Du an die Soundkarte anschliesst, herstellen.

Sollten Dir jetzt noch Sounds fehlen, ist es auch möglich, Musikausschnitte o.ä. von CDs herunterzuladen. Da das aber für die weitere Verbreitung Deines Hörstückes (z.B. im Radio oder auf der hoerspielbox) nicht ganz unproblematisch ist, solltest Du in diesem Falle unbedingt lesen, was hier unter Rechte notiert ist. Ungefährlicher ist es, die Sounds aus dem Archiv zu verwenden oder eben selber welcher herzustellen.

6. Editor - Sounds im Computer bearbeiten
Die Sounds kannst Du dann auf dem Rechner bearbeiten und zusammensetzen. Wie Du dabei vorgehst, ist hier für PC und hier für Mac ganz genau beschrieben.

7. Mischen
Jetzt hast Du einen ganzen Ordner voller Audiodateien auf der Festplatte Deines Computers. Die Komposition kann beginnen. Mit Multiquence oder einem anderen Programm Deiner Wahl kannst Du die Audiodateien mehrspurig mischen. Beim Mac heißt das Programm Pro Tools und funktioniert ähnlich wie die Programme für den PC: Du setzt die Soundfiles hintereinander und übereinander, hörst Dir immer wieder das Zwischenergebnis an und änderst alles so lange, bis Du mit dem Ergebnis zufrieden bist. Schon ist Deine Audiominiatur fertig.

8. Umwandeln in andere Audiodateiformate und zurück in MP3
MP3 ist ein komprimiertes Netzformat für Audiodateien. Es hat den Vorteil, daß Musikdaten als MP3 relativ wenig Speicherplatz brauchen und dadurch sogar per e-mail verschickt werden können. Trotzdem bleibt die Originaltonqualiät fast erhalten. Eine drei Minuten lange Audiominiatur ist als MP3 ca. 2,3 Megabyte (MB) groß. Unter dem Menuepunkt Tools / Programme findest Du eine Anleitung für die Umwandlung einer WAVE- (.wav) oder AIF-Audiodatei (.aif) in eine MP3-Datei und umgekehrt.

9. Einen Sendeplatz suchen
Damit Dein Beitrag eine Chance hat, gesendet zu werden, suchst Du Dir selbst eine Redaktion (s. Tipp 1). Dafür ist es immer sehr hilfreich, sich mal durch das je aktuelle Radioprogramm durchzuhören, denn die meisten Redaktionen im Hörsielbereich sind chronisch unterbesetzt und können nur auf passende Anfragen überhaupt noch reagieren. Am ehesten kommen noch die Kulturwellen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage, obwohl da mittlerweile auch manche sind, die den Namen nur führen, um von ihren eigentlich nur noch kommerziellen Absichten abzulenken. Viel Glück also und los...

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